Festplatzsystem im Lager

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29. September 2021 / tabya! Insights

Unternehmen mit einem kleineren und dadurch überschaubaren Lager verwenden häufig ein Festplatzsystem. Mitarbeiter kennen sich in der Regel gut aus und können sich hervorragend orientieren. Was es alles zur systematischen Lagerhaltung zu wissen gibt und wo die Vor- und Nachteile des Festplatzsystems liegen, erfahrt ihr hier. Darüber hinaus informieren wir noch über verschiedene Bereitstellungsmöglichkeiten.

Was bedeutet Festplatzsystem?

Auf einen eindeutigen Begriff folgt eine eindeutige Antwort: In einem Festplatzsystem erhält jeder gelagerte Artikel einen festen Platz im Lager. Dieser Lagerplatz wird mit keinem anderen Artikel befüllt und ist stets für den zugeordneten Artikel freizuhalten.

Systematische Lagerplatzordnung

Einige Unternehmen verwenden gern den Begriff der systematischen Lagerplatzordnung. Was das heißt? Im Grunde nichts anderes als Festplatzsystem oder systematische Lagerhaltung. Diese Begriffe sind Synonyme. Gern genutzt ist auch der Ausdruck statische Lagerhaltung, welcher wiederum das gleiche bedeutet. Nicht zu vergessen ist auch die statische Regallagerung. Nach dem Motto „viele Namen, aber alles das Gleiche“ müssen wir mit der Vielzahl an Worten einfach leben. Zum Einsatz bei der statischen Lagerung kommen Regalarten in allen Formen und Farben - Ob nun Palettenregale, Fachbodenregale, Durchlaufregale und so weiter.

Wie funktioniert eine systematische Lagerhaltung?

Tja, die Frage ist ein wenig obsolet. Wie zuvor beschrieben hat jeder Artikel und jede Ware im Lager einen konkreten Lagerplatz. Dieser wird in der Regel auch nicht gewechselt, außer man will das Lager umsortieren und dadurch effizienter gestalten. Viele abwechselnde Lagerplätze sehen die gelagerten Artikel generell nicht. Das Lager hat eine allseits gleichbleibende Optik und das Zurechtfinden soll vereinfacht werden. Um die Lagermengen richtig anzugeben, muss die Kapazität pro Regalfach im Festplatzsystem berechnet werden, damit Maximalmengen eingetragen werden können.

Beispiele eines Festplatzsystems

Jeder kennt den Supermarkt und dieser ist das beste Beispiel eines Festplatzsystems, weil jeder schon einmal einen besucht hat. Das Gemüse ist fein säuberlich an seinem Platz und auch die Nudeln oder der Kaffee besitzen ihre festen Regalplätze. Dadurch brauchen die Kunden keine zusätzliche Anleitung, Anweisung oder gar eine Software, um ihren Einkauf zu tätigen. Gibt es denn auch ein Festplatzsystem bei anderen Unternehmen? Ja, gerade kleinere Unternehmen und Betriebe, die über ein überschaubares Sortiment an Artikel verfügen, greifen auf eine systematische Lagerhaltung zurück.

Wann ist eine systematische Lagerhaltung sinnvoll?

Die Beispiele verdeutlichen schon stark, wann eine systematische Lagerhaltung sinnvoll ist. Das Festplatzsystem hat den Vorteil, dass es bei kleinerem Bestand über gute Überschaubarkeit verfügt. Gerade im Supermarkt-Bereich wäre es fatal, wenn Kunden sich zunächst mit einer Software ausstatten müssten, um lediglich ihren Einkauf bewältigen zu können. Kleinere Unternehmen profitieren in der Regel von einer systematischen Lagerhaltung, da sich ihre Bestände kaum ändern und dadurch besser gehandhabt werden können. Müssen Gefahrenstoffe gelagert werden, so kommt man einem Festplatzsystem nicht vorbei, da diese Beschränkungen und Zusammenlagerungsverbote unterliegen – schließlich hat niemand Lust auf ein Feuerwerk während der Arbeitszeit.

Was ist das Gegenteil der systematischen Lagerhaltung?

Nicht jedes Unternehmen führt das Lager mit einem Festplatzsystem. Gerade große Unternehmen mit einem hohen Warenstrom und wechselndem Inventar setzen auf die chaotische Lagerhaltung. Hierbei ist der Fokus auf eine optimale Nutzung des vorhandenen Raumes und der Zeit. Was die Voraussetzungen einer chaotischen oder dynamischen Lagerhaltung sind und wo die Vorteile und Nachteile liegen, kann hier nachgelesen werden.

Vorteile des Festplatzsystems

Wo liegen die Vorteile und Nachteile einer systematischen Lagerhaltung? Jeder Artikel besitzt einen fest zugeordneten Platz im Lager. Für erfahrende Lagermitarbeiter haben feste Lagerplätze den Vorteil, dass sie sich quasi mit zugebundenen Augen im Lager auskennen und keine Hilfsmittel für die Arbeiten im Lager benötigen. Die Augenbinde müssen sie nur dann abnehmen, wenn sie den Füllgrad des Regalplatzes ansehen möchten. Mit nur einem Blick ist dann ersichtlich, ob und wieviel Ware nachbestellt werden muss. Sofern kein IT-System vorhanden ist, entfallen jegliche Kosten zur Installation oder Aktualisierung der Software. Wenn eine Software genutzt wird, können die Lagerarbeiten trotz Ausfalls am Laufen gehalten werden. Wurde das Lager genau geplant, so können die Lagerplätze so ausgewählt worden sein, dass sie eine hohe Umschlag- und Rotationsgeschwindigkeit aufweisen. Was das bringt? Die Wegzeiten im Lager reduzieren sich auf ein Minimum. 

Nachteile des Festplatzsystems

Vorteile hat das Festplatzsystem, aber hat es auch Nachteile? Ja. Jedes System trägt gewisse Probleme mit sich. Was ist, wenn ein Artikel ausgelagert worden ist? Dann ist der Lagerplatz schlichtweg leer. Da dieser Platz dem ausgelagerten Artikel zugeordnet ist, kann auch kein neuer Artikel dort eingelagert werden. Ein neues Regal muss her! Das erzeugt nicht nur wirtschaftliche Kosten, sondern die Raumnutzung wird erheblich gesenkt. Wenn darüber hinaus auf Software, wie ein Warenwirtschaftssystem, verzichtet wird, kann es durch fehlende Einsicht und Unaufmerksamkeit zu Lagerleichen kommen. Wenn dann noch das Kommissionieraufkommen im Betrieb steigt und es durch mangelnde Koordination zu Engpässen kommt, wird das Chaos immer größer – der Lagerbetrieb hemmt sich selbst.

Ist eine Software sinnvoll?

Eine Pflicht, Software für die systematische Lagerhaltung oder Festplatzsystem zu benutzen, gibt es nicht. Dennoch ist sie sinnvoll. Gehen wir von einem Betrieb aus, in welchem das Lager relativ überschaubar ist und die Lagermitarbeiter sich gut auskennen. Zunächst ist der Gedanke, dass alles rund läuft, nicht falsch. Bedenkt man aber nun, dass auch die Mitarbeiter auf dem Büro darüber Kenntnisse haben sollten, wie die Bestände im Lager aussehen, dann ergibt der Einsatz einer Software Sinn. Die Warenströme können viel besser gesteuert und ausgewertet werden. Zudem können Lagerleichen schneller ausfindig gemacht werden. Im Gesamten gewährt der Einsatz von Software nicht nur mehr Überblick, sondern auch eine tiefergreifende Transparenz und eine geordnete Lagerhaltung.

Bereitstellung

Das Lager ist nun eingeräumt und sortiert. Die Software geladen und der Betrieb kann aufgenommen werden. Eine Kommissionierung soll erfolgen, aber auf welche Art und Weise soll diese angegangen werden. Statisch oder doch dynamisch?

Statische Bereitstellung

Die statische Bereitstellung wird auch gern „Person-zur-Ware“-Kommissionierung genannt. Das heißt, dass der Mitarbeiter sich zum jeweiligen Lagerplatz begibt und dort den gewünschten Artikel entnimmt. 

Vor- und Nachteile der statischen Bereitstellung

Dadurch, dass keine zusätzlichen Flächen benötigt werden, sind die Kosten niedrig. Die Schnelligkeit der Kommissionierung ist dabei zusätzlich noch von den Kommissionierwegen abhängig. Sind die Wege optimiert, dann verläuft die Kommissionierung fix. Dahingegen erhöhen sich die Wegzeiten der Mitarbeiter und Warenentnahmen belasten zusätzlich.

Dynamische Bereitstellung

„Ware-zur-Person“-Kommissionierung ist ein gängigerer Begriff für die dynamische Bereitstellung. Fördertechniken führen die gewünschten Artikel direkt zum Kommissionierer. Dieser kann die benötigten Mengen entnehmen und der Lagerbehälter wird automatisch ins Lager zurückgeführt.

Vor- und Nachteile der dynamischen Bereitstellung

Klarer Vorteil der dynamischen Bereitstellung sind kürzere Laufwege und geringerer Belastungen des Kommissionierers. Durch kürzere Laufwege erhöht sich die Leistung des Kommissionierprozesses. Die Fehleranfälligkeit sinkt ebenfalls durch den Einsatz von Software. Aber um das zu erreichen, muss viel in die Fördertechnik und nötige Software investiert werden. Da Kommissionierplätze nur limitiert vorhanden sind, besteht weniger Flexibilität. Auch ein Maschinenausfall kann katastrophale Auswirkungen auf das Lager haben.

 

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