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09. Dezember 2021 / tabya! Insights

Zäune aufzustellen ist die erste Maßnahme, um Baustellen und andere Standorte sicherer zu machen. GeoFencing ergänzt die analoge mit einer digitalen Sicherung. Was genau ist GeoFencing, wie funktioniert es und warum sollte ein Bauunternehmen nicht darauf verzichten? Wir klären auf!

Was ist GeoFencing?

Die Herkunft des Wortes ist wenig überraschend aus der englischen Sprache. Dabei wird GeoFencing oder GeoFence aus geographic und fence zusammengesetzt. Gemeint ist damit ein digitaler Zaun. Und wie ein jeder Zaun begrenzt dieser ein bestimmtes Gebiet oder einen Standort. Somit werden zum Beispiel virtuelle Grenzen für Bauprojekte gesetzt.

Wie funktioniert es?

Die Errichtung eines GeoFence kann über unterschiedliche Möglichkeiten erfolgen. Dabei werden mobile und moderne Technik verwendet, um bestimmte Gebiete für einen digitalen Zaun vorzubereiten.

Die gängigste Variante für den Einsatz eines GeoFence ergibt sich durch die Nutzung von GPS (Global Positioning System). Die Anwendung eines GPS-GeoFence erfolgt in der Regel im Außenbereich, da dort das beste Potential entfaltet wird. Die Standorte der verbundenen Objekte können damit unmittelbar erfasst werden. Sobald ein verbundenes Objekt den digital abgesteckten Bereich verlässt, wird dies im verwendeten System dokumentiert und eine Meldung durchgegeben. Es wird stets die aktuelle Position der mobilen Geräte gesendet. Wie groß oder klein die verbauten GPS-Tacker ausfallen ist je nach Hersteller, Einsatzgerät und Einsatzort unterschiedlich. Die Stromversorgung erfolgt in der Regel durch das verbundene Gerät. Habe ich also einen GPS-Tracker in einem Bagger verbaut, so sorgt dieser für die Stromversorgung. Ist der Bagger über Nacht aus, sendet der verbaute Tracker über einen internen Akku. 

Eine komplexere aber ebenso interessante Alternative zum GPS bieten RFID-Systeme. RFID meint radio-frequence identification, also eine Identifizierung über elektromagnetischer Wellen. Dabei werden RFID-Transponder auf gewünschte Objekte angebracht und erhalten von einem Sender ein elektromagnetisches Signal. Der Transponder verwertet dieses Signal und sendet Informationen an den Sender zurück. Wie sieht das in der Praxis aus? Nachdem unterschiedliche Geräte auf der Baustelle mit einem RFID-Transponder ausgestattet worden sind, wird ein Router oder kleiner Funkmast auf der Baustelle installiert. Für dieses Beispiel wird ein Router verwendet. Dieser sendet ein Signal. In entsprechender Reichweite von bis zu 10 Metern erhalten die RFID-Transponder dieses Signal und senden Informationen zurück. Somit „kommunizieren“ die Geräte mit dem Router und die Daten werden an die entsprechende Software weitergegeben. Diese Art des GeoFencing ist leider in der Umsetzung sehr kostspielig und umständlich in der Integration in den Alltag.

Eine weitere Möglichkeit für die Etablierung eines GeoFence bieten Bluetooth Beacons. In kurzen Intervallen senden diese ein Signal an einen Empfänger - auch „gateway“ genannt. Dieser Empfänger verarbeitet das Signal und schafft durch die Sammlung mehrerer Signale eine entsprechende Signalregion. Prinzipiell kann diese Technik für einen GeoFence benutzt werden, aber dient meist nur zum Tracking der Geräte und Materialien. 

Die Mischung macht es. Ein ausgeklügelter GeoFence verwendet unterschiedlichste Technologien. Gerade der kombinierte Einsatz von GPS und Bluetooth sichert das definierte Gebiet hervorragend ab. Bestimmte GPS-Tacker können gleichzeitig als Empfänger von Bluetooth -Beacons eingesetzt werden. So wird die Bewegung kleinerer Geräte und Materialien auf der Baustelle simpel und effizient getrackt.

Warum sollte GeoFencing im Baubetrieb angewendet werden?

Der wesentlichste Grund in der Nutzung von GeoFencing ist der Schutz vor Diebstahl. Allein in Berlin entstand eine Schadenssumme von 6,8 Millionen Euro durch den Diebstahl auf Baustellen. In NRW beläuft sich der Gesamtschaden auf mehr als 9,7 Millionen Euro. Dabei sind die Kosten für den Baustellenverzug, Arbeitsausfall und bürokratische Aufwand nicht einmal eingerechnet. Die Standortbestimmung durch GeoFencing - und somit das Tracking jeglicher Geräte – kann dem Problem des Baustellendiebstahls entgegenwirken.

Durch die klar definierten Grenzen des digitalen Zauns werden Benutzer:innen oder Besitzer:innen umgehend benachrichtigt, wenn ein ausgestattetes Gerät durch das automatisierte Auslösen den definierten Bereich verlässt. Der Diebstahl kann direkt nachverfolgt und der Dieb im besten Fall auf frischer Tat gefasst werden. Die Sorgen um Geräteverlust und der Stillstand der Baustelle wird durch den Einsatz eines GeoFence deutlich reduziert. Neben dem besseren Schlaf bekommt man ebenfalls eine virtuelle Repräsentation eines Standorts. Die Bewegungen und der Einsatz der Geräte können live nachverfolgt werden und geben die Möglichkeit zur optimaleren Verteilung und Nutzung. Nachverfolgen kann man sowohl per Computer, als auch an einem mobilen Endgerät.

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Quellen:

Ryte GmbH [Hrsg.]: Geofencing.

https://de.ryte.com/wiki/Geofencing  abgerufen: 30.11.2021

 

Isbaell Jürgens: 60 Milliomem Euro Schaden durch Bau-Diebstähle, in: Berliner Morgenpost [Hrsg.].

https://www.morgenpost.de/berlin/article214766967/60-Millionen-Euro-Schaden-durch-Bau-Diebstaehle.html  abgerufen 29.11.2021

 

Süddeutsche Zeitung GmbH [Hrsg.]: Diebe verursachen höheren Schaden auf Baustellen in NRW.

https://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/bau-duesseldorf-diebe-verursachen-hoeheren-schaden-auf-baustellen-in-nrw-dpa.urn-newsml-dpa-com-20090101-190816-99-484766  abgerufen: 1.12.2021

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